7 oktober 2014, om 19:30, Goethe-Institut Brüssel, Rue Belliard 58, Brussel | Goethe-Institut Brüssel, Rue Belliard 58, Brussel

Europa – die ohnmächtige Macht? Karl Schlögel trifft Luuk van Middelaar

Debatte

07.10.2014 | 19:30 Uhr
Goethe-Institut Brüssel | Rue Belliard 58 – Belliardstraat 58 | 1040 Brüssel
DE / EN
Eintritt frei. Info und Anmeldung:
+32 2 2345786
kultur_1@bruessel.goethe.org

Welche neuen Narrative können wir uns gegenseitig von Europa erzählen? Welche Erzählungen über uns und Europa können wir gemeinsam entwickeln? Wer wollen wir sein und wo wollen wir gemeinsam hin? Die Reihe „Neue Wir-Erzählungen: Eine Zukunftsressource für Europa“ geht in eine neue Runde und heißt Karl Schlögel und Luuk van Middelaar willkommen: Die beiden Historiker, Philosophen und Autoren von Europaliteratur werden sich mit der Frage „Europa – die ohnmächtige Macht?“ auseinandersetzen. Moderiert wird die Debatte von Matthias Krupa, „Die Zeit“.

„Wirtschaftlich ein Riese, politisch ein Zwerg, militärisch ein Wurm“, diese Beschreibung der Europäischen Union klingt noch in den Ohren, die Brisanz dieser Aussage wächst im Angesicht der jüngsten Ereignisse rund um die Ostukraine. Ist die Union auf dem Weg von der Weltmacht in eine Ohnmacht? Sind wir möglicherweise bereits dort angekommen? Wirtschaftlich nach wie vor stark, so stellt sich doch die Frage, wie es mit dem politischen und militärischen Gewicht der Europäischen Union auf der internationalen Bühne aussieht.

Die zwei geladenen Experten zum Diskurs im Oktober:

© privatProf. Dr. Karl Schlögel (*1948) studierte an der Freien Universität Berlin, in Moskau und Sankt Petersburg Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik. Bis 2013 lehrte er als Professor für Osteuropäische Geschichte an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, wie das mehrfach prämierte Terror und Traum. Moskau 1937. 2013 erschien Grenzland Europa. Unterwegs auf einem neuen Kontinent. Als Osteuropaexperte schreibt er für alle großen deutschen Tages- und Wochenzeitungen sowie internationale Medien.

© privatDr. Luuk van Middelaar (*1973) ist ein niederländischer politischer Philosoph, Redenschreiber und Ratgeber des Präsidenten des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy. 2012 erhielt er den Europäischen Buchpreis für The Passage to Europe: A history of a Beginning. Er studierte an den Universitäten in Amsterdam und Groningen sowie an der Sorbonne und an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris. Seit der Veröffentlichung seines ersten Buches Politicide (1999) schreibt er für internationale Zeitschriften wieLe Monde, Wall Street Journal und Die Zeit.

Was braucht es, um die Europäische Union, aber auch insgesamt Europa als politisches, wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Projekt voranzubringen? Welche europäische Narrative haben wir zu Hand, die uns Leitbilder und Leitmotive bieten können, um unseren gemeinsamen Kurs zu bestimmen? Das ist die Fragestellung und Perspektive der von Goethe-Institut Brüssel und dem ARD-Verbindungsbüro Brüssel in Zusammenarbeit mit WDR, Die Zeit und anderen Partnern organisierten Gesprächsreihe, in der bisher unter anderem Adolf Muschg, Günther Oettinger, Claus Leggewie, Gesine Schwan, Martin Schulz, Udo di Fabio, Helmut Schmidt, Jacques Delors und zuletzt Norbert Lammert und Jerzy Buzek aufgetreten sind. Der Inhalt der Gesprächsreihe wird im Hörfunkprogramm von WDR 3und im Internet unter wdr3.de präsentiert.

http://www.goethe.de/ins/be/bru/ver/de13295065v.htm